Aktuell - Autokindersitze im Sicherheitstest

03.12.2015
Kategorie: Tipps & Tricks

Weil die gesetzlichen Mindestanforderungen in Punkto Unfallsicherheit angehoben wurden, hat Stiftung Warentest seine Prüfmethoden bei Babyschalen und Autokindersitzen im aktuellen Test (Heft 11/2015 Stiftung Warentest) verschärft. Im Fokus: der Seitenaufprallschutz.

Getestet wurden nicht nur zweiundzwanzig der herkömmlichen Kindersitze, die sich in fünf Gewichtsklassen (ECE R44/04) unterteilen, sondern auch fünf von denen, die sich an der im Sommer 2013 in Kraft getretenen i-Size-Prüfnorm (ECE R129) orientieren. Diese Norm gibt an, bis zu welcher Größe und welchem Alter des Kindes der Sitz angepasst wurde. Bisher wurde nur das Körpergewicht zur Orientierung angegeben. Sitze, die nach dieser Norm zertifiziert wurden, versprechen mehr Sicherheit und verpflichten deshalb zu fest eingebauten Halterungen auf der Rückbank des Autos. Alle i-Size-Sitze werden mit dem Einrastsystem Isofix befestigt und müssen den Seitencrashtest bestanden haben.

Beim ECE-Prüfverfahren gibt es diesen Seitenaufpralltest nicht. Die i-Size-Prüfnorm schreibt bis zu einem Alter von fünfzehn Monaten ein rückwärts gerichtetes Fahren vor. Damit verhindert man ein zu frühes Umsetzen der Babys von der Babyschale in einen vorwärts gerichteten Kindersitz und verringert die Verletzungsgefahr der noch empfindlichen Halswirbelsäule.

Mehr Informationen zum Thema "Finden Sie den richtigen Kinderautositz" haben wir im Januar 2015 gebloggt. Schauen Sie in unserem Archiv nach.

Beide Zulassungsarten werden noch einige Jahre parallel bestehen. Bis jetzt liegt es im Entscheidungsspielraum der Eltern, den für Sie zweckmäßigsten Sitz zu wählen. Denn eins steht fest: Im aktuellen Sicherheitstest schnitten die meisten Modelle gut ab, unabhängig von ihrer Prüfnorm.

In Bezug auf Unfallsicherheit und Handhabung erzielte der Maxi-Cosi Pebble Plus die besten Testergebnisse. Die Babyschale eignet sich für Kinder mit einem Körpergewicht bis zu dreizehn Kilogramm und kann entweder nur mit dem Autogurt oder als i-Size-Sitz samt Basis für das Isofix-Klicksystem befestigt werden. Von den durch Stiftung Warentest geprüften Sitzen für größere Kinder erreichten die Modelle Britax Römer Kidfix SL, Britax Römer Kid II und Kiddy Smartfix die Note GUT 1,8 .

Ein wichtiges Kriterium beim Kindersitz-Kauf ist dessen Handhabung. Ein schnelles Ein- und Ausbauen ist für Eltern, die viel unterwegs sind, nicht nur bequem, sondern auch enorm wichtig. Ganz unpraktisch ist beispielsweise eine Babyschale ohne Griff, wie sich bei der i-Size-Babyschale Reverso gezeigt hat. Mal schnell mit Kind zum Einkaufen zu gehen, ist ohne Tragemöglichkeit und fremde Hilfe nämlich schlichtweg nicht machbar.

Bei der Unfallsimulation ergaben die Tests, dass Gurtsysteme mit entsprechender Polsterung den Aufprall auf den Kinderkörper dämpften. Ein flauschig weiches Gurtpolster-Set ist also ein schützendes und nicht zu unterschätzendes Accessoire.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Nur sollte man bis zum zwölften Lebensjahr grundsätzlich nicht auf einen Kindersitz oder eine Erhöhung verzichten. Das Becken der Kinder ist noch nicht ausgewachsen und die Verletzungsgefahr im Unterleib besonders groß, wenn der Gurt nicht präzise über dem Beckenknochen liegt.

Unabhängig vom jeweiligen Kindersitz fährt man am besten, wenn man nicht rast, die Verkehrsregeln beachtet und vorausschauend denkt. Wenn Sie also das Risiko eines Unfalls durch eine sichere Fahrweise minimieren, bleibt Ihnen nur eins: das Vertrauen in die Sicherheit eines getesteten Kinderautositzes und in das Fahrverhalten der Anderen.

Autoren:
Ivana Lorenz,
Nicole Kleim