Engelslächeln auf Erden

11.12.2015
Kategorie: Rund ums Baby

Immer, wenn ein Baby lächelt, bekommt unser Herz Flügel.

Warum das so ist? Weil wir ergriffen sind von dem kleinen unschuldigen Geschöpf, das uns mit seiner Mimik zum Ausdruck bringt, wie schön das Leben ist.

Von einer Sekunde zur anderen vergessen wir bei all die Strapazen, den Schlafmangel und die Sorgen, die uns der Alltag mit unserem Baby beschert. Wir sonnen uns in dem Strahlen der nach oben gerichteten Mundwinkel und genießen das wohlige Gefühl der Wärme, das sich in unserem Bauch ausbreitet.
Wir haben es geschafft. Unser Baby ist glücklich. Dankbar lächeln wir zurück. Für diese bewusst gesteuerte Bewegung beanspruchen wir weniger Muskeln als für ein ernstes Gesicht, erklären Wissenschaftler. Schauen wir freundlich, fahren wir also mit den Gesichtszügen auf der Entspannungsspur.


Doch wie ist das für Babys?
In den ersten drei bis vier Wochen trainiert ein Baby alle Sinne und baut Muskeln auf. Eine enorme Anstrengung. Der Kopf kann noch nicht eigenständig über einen längeren Zeitraum gehalten werden, und jede Bewegung wird nicht willentlich, sondern durch Reflexe gesteuert. Bei dem sogenannten Engelslächeln verzieht sich der kleine Mund zu einer bezaubernden Mundwölbung, die theoretisch nichts weiter ist als eine reflexartige Kontraktion der Gesichtsmuskulatur. Für Eltern allerdings ist diese unbewusste Form der Kommunikation der Klebstoff, der sie mit Liebe und Sympathie am Gegenüber festhält.

Ab der vierten oder fünften Woche erkennen Babys Gesichter und begrüßen vertraute Personen mit dem allgemeinen Lächeln. Das Erkennen der beruhigenden Stimme von Mama oder Papa kann dafür ebenso Auslöser sein wie das willkommene Gesicht von Oma Lotte.

Wenn die Augenmuskelkraft zwischen dem vierten und siebten Monat so weit vorhanden ist, dass Gegenstände und Gesichter genauer erkannt werden, spiegelt sich im bewussten Lachen der Babys sowohl die Zuwendung als auch das Grimassenschneiden der Bezugspersonen wider. Eine ehrliche Reaktion auf die Menschen, die es mag.

Die Fähigkeit, zu lächeln, ist angeboren. Ein lachendes Gesicht kann Wohlbefinden und Glück ausdrücken. Es kann entwaffnen, aber auch ein zarter Versuch sein, Menschen festzuhalten, denen unsere Mimik Flügel verliehen hat.

Autoren:
Ivana Lorenz,
Nicole Kleim